Trenbolone

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    • Nur um wenige Steroide ranken sich
      so viele Mythen wie um Trenbolon. Es ist eine der Substanzen, bei der es
      im Studio immer Leute gibt, die absolut darauf schwören, wobei die meisten
      jedoch keinerlei praktische Erfahrung mit Trenbolon haben. Die Bodybuilding
      Literatur ist voll von euphorischen, ungewöhnlichen und oft auch unzutreffenden
      Aussagen über diesen Wirkstoff. Infolgedessen hat sich unser Blick auf
      Trenbolon zu vernebeln begonnen. Ohne Zweifel hat die ungewöhnliche Geschichte
      dieser Substanz in Verbindung mit langen Zeiten schlechter Verfügbarkeit und
      hohen Preisen zum bestehenden Bild aus Sicht der Bodybuilder beigetragen. Es
      scheint so, als ob der Mensch alles, was unerreichbar oder sehr teuer oder auch
      beides ist, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten beginnt. Aus diesem
      Grunde dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, einmal einen genaueren Blick
      auf die tatsächlichen Eigenschaften von Trenbolon und seine augenblickliche
      Verfügbarkeit zu werfen.


      Trenbolon-Struktur

      Von der Struktur her ist Trenbolon
      ein Nandrolonabkömmling mit 2 zusätzlichen Kohlenstoffbrücken an Position 9 und
      11 (daher auch die Vorsilbe "tren", was eine Kurzform von
      "tri-en" ist). Die Wirkung von Trenbolon unterscheidet sich jedoch
      erheblich von der des Nandrolons. So kann Trenbolon u.a. nicht durch
      Aromatisierung in Östrogen umgewandelt werden. Die Delta-9 Gruppe innerhalb der
      Molekularstruktur besetzt eine Brücke, welche für die Aromatisierung des A
      Ringes notwendig wäre. Und solange diese Gruppe nicht durch irgendeinen metabolischen
      Vorgang entfernt wird, was nicht der Fall zu sein scheint, ist eine
      Östrogenkonvertierung im Körper unmöglich. Auch wenn Nandrolon nur
      schwach aromatisiert, kann während seiner Anwendung der Östrogenspiegel
      trotzdem merkbar ansteigen. Bei Trenbolon hingegen ist sogar eine Senkung des
      Serumöstrogenspiegels zu erwarten, da es die endogene Testosteronproduktion
      unterdrückt, welche wiederum die primäre Grundsubstanz für die
      Östradiolproduktion beim Mann darstellt.


      Androgene Wirkung

      Auch wenn Trenbolon zu den
      Nandrolonabkömmlingen gehört, ist es doch weit androgener als Nandrolon selbst.
      In der Tat ist es sogar um ein mehrfaches androgener als das primäre Androgen
      im Körper - nämlich als Testosteron (1). Der erste Grund hierfür ist, dass
      Trenbolon eine stärkere Bindung mit dem androgenen Rezeptor eingeht. Diese
      Eigenschaft ist auch charakteristisch für Nandrolon, welches im Vergleich zu
      Testosteron in dieser Beziehung um ein mehrfaches aktiver ist. Die
      Bindungsfähigkeit von Trenbolon an den androgenenen Rezeptor wird durch die
      Doppelbindungen an den Positionen Delta 9 und 11 im Vergleich zu Nandrolon aber
      noch verstärkt und macht Trenbolon zu einem potenteren Agonisten des androgen
      Rezeptors als Nandrolon selbst (2). Wahrscheinlich noch wichtiger ist jedoch
      die Tatsache, dass im Gegensatz zu Nandrolon die starke
      Rezeptorbindungsfähigkeit von Trenbolon in androgen-sensitivem Gewebe nicht
      durch das Enzym 5alpha-Reduktase vermindert wird. Trenbolon scheint im
      menschlichen Körper keine nennenswerte 5alpha-Reduktion zu durchlaufen, was
      dadurch belegt wird, dass seine Hauptmetaboliten im Urin weiterhin die original
      tri-en Struktur mit intakter Delta-4 Gruppe besitzen (3). Aus diesem Grund
      behält Trenbolon seine ursprüngliche Bindungsfähigkeit, wenn es in Zellen
      eindringt, die zu den androgen-sensitiven Zielgeweben gehören und daher eine
      hohe Konzentration an 5alpha-Reduktase aufweisen. Denn Trenbolon wird eben
      nicht 5alpha-reduziert. Diese Faktoren machen Trenbolon in Summe zu einem sehr
      potenten androgenen Steroid, ganz im Gegensatz zu Nandrolon, welches ein primär
      anaboles Steroid darstellt.


      Progesteronähnliche Wirkung

      In der Literatur zum Thema
      Bodybuilding wird oft behauptet, dass Trenbolon keine progesteronähnliche
      Wirkung im Körper entfaltet. Es ist nicht ganz klar woher diese Annahme kommt,
      da Trenbolon die klassische Progesteron-Rezeptorbindungsfähigkeit zu
      zeigen scheint, welche charakteristisch für Nandrolon und seine Abkömmlinge
      ist. Eine Studie an den Progesteronrezeptoren von Rindern hat z.B. gezeigt,
      dass Trenbolon dort eine sehr starke Bindungsfähigkeit hat, welche sogar
      stärker war als die von Progesteron selbst (4). Eine andere Studie, welche die
      Bindungsfähigkeit verschiedener Substanzen an die Androgen-, Östrogen-,
      Progesteron-, Corticoid- und Glutocorticoidrezeptoren untersucht hat, kam zu
      dem Ergebnis, dass Trenbolon eine stärkere Bindungsfähigkeit an die
      Progesteronrezeptoren hat als Nandrolon, welches ja für seine Wirkung in dieser
      Beziehung bekannt ist (5). Was bedeutet das für Trenbolon? Wahrscheinlich nicht
      sehr viel. Trenbolon verursacht weder Gynäkomastie noch Wassereinlagerungen
      oder Fettaufbau, welche man mit einer östrogen- oder progesteronähnlichen
      Wirkung in Verbindung bringen könnte. Auch wenn Trenbolon in der Theorie eine
      leichte progesteronähnliche Wirkung hat, zeigt sich hiervon in der Praxis recht
      wenig. Ein wichtiger Grund hierfür könnte die Abwesenheit von Östrogen sein, da
      angenommen wird, dass Progesteron eine Gynäkomastie durch eine Verstärkung der
      Wirkung des Östrogens an den Brustdrüsen verursacht (6). Eventuell kann
      Trenbolon, wenn es in Verbindung mit einer anderen leicht aromatisierenden
      Substanz verwendet wird, Gynäkomastie und Wassereinlagerungen fördern. Dies
      scheint zumindest im technischen Sinne logisch zu sein, auch wenn es in der
      Praxis keine Hinweise hierfür gibt.


      Trenbolon als Steroid für den Masseaufbau oder die
      Definitionsphase


      Die starke androgene Wirkung in Verbindung mit der
      nicht vorhandenen Aromatisierung macht Trenbolon zu einem sehr effektiven
      Wirkstoff für Muskelhärte und Definition. In der Tat ist es bekannt als
      unübertroffenes Steroid, wenn es um Definition geht. Viele Wettkampfbodybuilder
      halten es für unverzichtbar in jedem guten Wettkampfvorbereitungsstack. Für
      diesen Zweck gibt es wahrscheinlich kein Steroid, welches besser geeignet wäre.
      Viele Sportler machen bei Verwendung von Trenbolon auch sehr gute Fortschritte
      beim Muskelaufbau. Trenbolon ist ein gutes Steroid für den Masseaufbau, auch
      wenn es nicht optimal ist, es zu diesem Zweck als alleiniges Steroid zu
      verwenden. Die Abwesenheit von Östrogen, welche eine zentrale Eigenschaft einer
      Trenbolon Kur zu sein scheint, ist der Grund hierfür. Neben der
      wasserspeichernden Wirkung von Östrogen gibt es eine Verbindung zwischen
      Östrogen und der Glucoseverwendung im Muskel, der Wachstumshormonausschüttung
      und der Vermehrung der androgen Rezeptoren. Langsam beginnt man zu verstehen,
      dass Östrogen für ein optimales Muskelwachstum eine wichtige Rolle spielt.
      Trenbolon ist unter den nicht aromatisierenden Steroiden wahrscheinlich
      trotzdem die stärkste muskelaufbauende Substanz und ist zugegebenermassen in
      dieser Beziehung ungewöhnlich stark. Wenn das primäre Ziel der Muskelaufbau
      ist, und man nur ein Steroid verwenden möchte, sind jedoch Testosteron,
      Dianabol oder Anadrol in Bezug auf Muskelaufbau und Gewichtssteigerung dem
      Trenbolon überlegen.

      Zeit Aktiv: 2 Tage
      Halbwertszeit: ~24 Stunden
      Klasse: Injizierbares Anaboles Steroid
      Durchschnittliche Dosis: Männer – 50-100mg/Tag
      Frauen – 0-0mg/Tag
      Akne: Ja
      Wassereinlagerung: Nein
      Hoher Blutdruck: Ja
      Leberschädigend: Ja, wahrscheinlich
      Umwandlung zu Östrogen: Nein
      Umwandlung zu DHT: Nein
      Einfluss auf HPTA: Ja, moderat bis extrem
      Anabol/Androgen Rate: 500:500
      Messbar durch Tests: Bis zu 5 Monate

      Quelle: mesomorphosis.com/articles/llewellyn/trenbolone.htm

      Autor: William Llewellyn

      Weiter Quellen:
      1)
      Pharmacological and endocrinological studies on anabolic steroids. Neumann F.
      Environ Qual Saf Suppl 1976 (5) 253-64

      2) Unique steroid congeners for receptor studies. Ojasoo, Raynaud. Cancer
      Research 38 (1978) 4186-98

      3) Disposition of 17 beta-trenbolone in humans. Spranger, Metzler. J Chromatogr
      564 (1991) 485-92

      4) Characterisation of the affinity of different anabolics and synthetic
      hormones to the human androgen receptor, human sex hormone binding globulin and
      to the bovine progestin receptor. Bauer, Meyer et al. Acta Pathol Microbiol
      Imunol Scand Suppl 108 (2000) 838-46

      5) Unique steroid congeners for receptor studies. Ojasoo, Raynaud. Cancer
      Research 38 (1978) 4186-98

      6) Progesterone is not essential to the differentiative potential of mammary
      epithelium in the male mouse. Freeman, Topper. Endocrinology. 1978
      Jul;103(1):186-92
      My Weakness Becomes My Weapon And Pain My Pleasure!

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