Honey Badgers Weg zu 240 kg und 3:30 min.

    • Honey Badgers Weg zu 240 kg und 3:30 min.

      So, da ich den Winter Über etwas faul war, aber trotzdem Deutsche Meisterin im Classic Raw (ohne Wickelbandagen) bei der GPU geworden bin, aber mit schändlichen Lasten, werde ich mal ab und zu hier mein Training posten. Mal sehen wie regelmäßig, da ich tatsächlich noch analog mit Kugelschreiber mein Training notiere^^

      Diesen Sommer sollen 240 kg Kreuzheben raw fallen, ein sehr hohes Ziel, aber wenn man nicht daran glaubt, wird man es auch nicht erreichen. Und wenn ich scheitere, dann bleiben zumindest 220 oder 230 hängen. Es sind allerdings ganze 30 kg über meiner jetzigen Bestleistung von 210 kg (mit eingerissenem M. teres major gehoben). Aber die 210 habe ich auch nur geschafft, weil ich mir ein Ziel von 220 kg gesetzt hatte. Vorher bin ich seit 2014 nicht mehr auf 200 kg gekommen, öfters auf 195 kg, aber nie mehr auf 200 kg. Als ich mein Ziel aber auf 220 erhöht habe, habe ich 202,5 kg und danach 210 kg geschafft.

      Die 3:30 min. im Titel sind ein Ziel welches ich im statischen Apnoetauchen erreichen will. Die Disziplin "Static" bedeutet einfach bewegungslos im Wasser liegen und so lange die Luft anhalten wie möglich, die Atemwege müssen unter Wasser sein, der Hinterkopf darf aus dem Wasser gucken.

      Ich trainiere jetzt wieder täglich Pranayama (aus dem Yoga, Atemtechniken), jeden Morgen. Nachmittags mache ich eine kleine Meditation. Fast alle weltklasse Apnoetaucher machen Pranayama, es ist also kein esoterischer Schwachsinn, es sind zum Teil anstrengende Atemübungen. Es ist fast wichtiger täglich Atemübungen zu machen, als zu tauchen. Eine deutsche Apnoetaucherin, die über 6 min. unten bleibt, hat im Interview erzählt, sie trainiere kaum im Wasser, sie mache täglich Pranayama und Crossfit für die Ausdauer. Regelmäßiges Ausdauertraining senkt den Ruhepuls.

      Aber zu mir, Muskeln sind Sauerstoff-Fresser, weshalb alle guten Apnoetaucher dürre Kerle sind. Ich werde aber deshalb keine Muskeln abbauen. Es muss auch so gehen und wird es auch.

      Neben alle 2 Tage Krafttraining gehe ich noch 2-3 mal die Woche zum Chikung (besser bekannt in Deutschland als QiGong oder Chi-Gong, aber mein Lehrer meint, richtig heißt es Chikung), nach dem Chikung wird immer noch Chan-Meditation gemacht, in verschiedenen Haltungen (mein Lehrer kann mit geschlossenen Augen, 20 min. auf einem Bein stehen und meditieren, er meinte zu Hause hat er das auch schon eine Stunde und 30 Minuten gemacht, find ich total krass :D ). Aber der ist eh etwas irre (im positiven Sinne), der schläft im Sommer auch einfach mal im Garten auf ner dünnen Campingmatte... Da fällt mir ein, ich muss ihm mal gestehen, dass ich täglich fremd gehe, da das Pranayama ja aus dem indischem Yoga ist und praktisch "Konkurrenz" zum chinesischen Chikung ist. Aber er würde denke ich sagen, über den Tellerrand schauen kann nie verkehrt sein.

      Eine kurze Meditation mache ich auch täglich (mein Chikung-Lehrer mein, man kann nicht genug meditieren und ich soll es auch zu Hause machen, bin aber auch seine absolute Lieblingsschülerin, :D er hat selbst schon zu mir gesagt, dass die meisten das einfach nur aus "Lifestyle" machen, nur ein paar die ernsthaft die Übungen machen. Habe auch privat Kontakt mit ihm und er hat mir jetzt einen "Tee" empfohlen, der sehr gesund sein soll, "Damianablätter" gerebelt, als Aufguss (Tee ist ja eigentlich nur Tee, wenn auch vom Teebaum, Früchtetee ist eigentlich streng genommen kein Tee, sondern ein Aufguss). Damiana ist auch eine Koffeinhaltige Pflanze, bekommt man auf Amazon. Am Nachmittag, wo andere ihren Mittagsschlaf halten, meditiere ich, allerdings momentan noch mit Entspannungsmusik, weil es mir Anfangs absolut schwer gefallen ist, die Gedanken zu lösen und die Entspannungsmusik hilft mir dabei, auch Regengeräusche, ein fließender Bach, Vogelgezwitscher oder sowas... Es klappt aber immer besser und es hilft auch fürs Tauchen, da man seinen Herzschlag, also seinen Puls dadurch senken kann, einige Mönche können ihren Herzschlag extrem senken, das hilft eben auch fürs Tauchen, da es die einzige Leistungssportart ist, bei der man eben versucht den Puls so niedrig wie möglich zu halten, während man Höchstleistung bringt.

      Das sogenannte "Autogene Training" ist im Prinzip eine westliche Form der Meditation, nimmt aber dem ganzen eben ohne das Wort "Meditation" den esoterischen Touch. Fast alle spitzenklasse Apnoe-Taucher machen Autogenes Training oder meditieren, ich mache so ne Art Mischung aus Chan-Meditation und Autogenem Training, jeder muss seinen Weg gehen. Aber man hat beim Autogenen Training mit Infrarot-Kameras bewiesen, dass man mit Gedankenkraft "seine Arme heiß werden zu lassen", eine gesteigerte Durchblutung und höhere Wärmeabstrahlung an den Armen messen konnte. Den selben Effekt hat man aber auch bei Shaolin-Mönchen bewiesen. Nur, dass sie das ganze den "Chi-Fluss" nennen. Ich gebe es zu, ich bin eine Frau der Wissenschaft und glaube eigentlich nicht an das "Chi"(sag ich meinem Lehrer irgendwann auch mal, jetzt aber noch nicht) aber ich glaube, dass die Übungen was bringen, da man lernt, seinen Körper in Bewegung mit dem Geist zu kontrollieren. Auch spüre ich wenn wir das "Chi" aktivieren, dass meine ganzen Hände und Unterarme anfangen zu kribbeln (nicht von Anfang an, hat etwas gedauert, habe mich darüber selbst erschrocken, oder sagen wir gewundert), mein Lehrer meinte irgendwann kannst du das kribbeln am ganzen Körper spüren. Auch die Atemübungen aus dem Pranayama, was ja vom indischen Yoga ist, praktizieren fast alle Apnoetaucher, also die Weltspitze. Die machen täglich Pranayama und viele auch komplettes Yoga. Die Atemtechniken bringen tatsächlich aber was für die Lungenkapazität, das ist nichts esoterisches, (also schon, aber die Techniken sind halt wirklich Lungentraining, zum Teil auch sehr anstrengend). Ohne täglich im Wasser zu sein, steigere ich so meine Leistung im statischen Apnoe.... Nur die Qualmerei passt da irgendwie nicht so rein. X/

      Wenn der Atemreflex (Atemreiz) einsetzt, die sogenannte "Struggling-Phase", dann darf man nicht nervös werden, die Zwerchfellkontraktionen muss man ertragen, wird auch nach ca. 15-20 sek. wieder etwas besser, bzw. erträglicher, aber man darf auf keinen Fall nervös werden, wenn der Atemreflex einsetzt, dieser sagt einem nämlich nicht, dass der Sauerstoffgehalt zu Ende geht, sondern die Kohlenstoffdioxidwerte ansteigen und vom Körper abgeatmet werden wollen, der Atemreflex wird also nicht durch zu wenig Sauerstoff ausgelöst, wenn man dies im Hinterkopf behält, weiß man, dass man erstmal noch genug Sauerstoff hat. Gegen den Atemreflex aber anzukämpfen (darum ja "Struggling-Phase") ist Anfangs sehr unangenehm, naja, eigentlich bleibt es immer unangenehm, aber man kann es besser ertragen. Aber man muss dabei dennoch versuchen, so ruhig wie möglich zu bleiben, da der Puls nicht unnötig durch z.B. Angst erhöht werden sollte. Man muss es locker nehmen, mir hilft es immer, mir selber zu sagen, "du hast noch genug Sauerstoff, du hast noch genug Sauerstoff...!" und versuche meine Gedankenreise fortzusetzen, gelingt mir nicht immer, irgendwann konzentriere ich mich einfach nur noch darauf die Zwerchfellkontraktionen zu ertragen. Tägliche Meditation und Gedankenreisen helfen sehr. Die Phase vor der Struggling-Phase nennt man "Easy-Going-Phase", in der mache ich meine Gedankenreise und denke nicht an die Zeit. Allerdings werde ich nach 1 min. angetippt, danach alle 30 sek. angetippt, nach 2 min. alle 15 sek. und ich muss ein "Ok-Zeichen" geben, das kann alles sein, ein Daumen hoch, den Fuß bewegen etc.. Muss man mit dem Tauchpartner absprechen. Aber wenn man sowas macht, dann bitte NIEMALS alleine, denn wenn man nen Blackout bekommt, dann muss ja jemand einen aus dem Wasser ziehen. Es kann auch vorkommen, wenn man z.B. durch Hyperventilieren vor dem Tauchgang sehr viel Kohlenstoffdioxid abgeatmet hat, dass der Blackout noch vor dem Atemreiz einsetzt, weil der Körper keine Warnung gibt wenn einem der Sauerstoff ausgeht, er zeigt nur an, wenn der CO2 Wert zu hoch ist. Das ist aber selten, vor dem Atemreiz einen Blackout zu kriegen.

      Viele denken, Apnoetaucher können so lange die Luft anhalten ohne einen Atemreiz zu bekommen, die Wahrheit ist, es ist eine der härtesten mentalen Sportarten, wenn nicht die härteste, da ein Taucher der 6 oder 7 min. unter Wasser bleiben kann, einige Minuten davon in der Struggling-Phase ist, es ist nicht so, dass sie auftauchen sobald der Atemreiz einsetzt, sie bleiben dann noch Minuten unter Wasser und ertragen die Zwerchfellkontraktionen. Bei mir kommt der Atemreiz auch schon nach knapp etwas über 2 Minuten, schaffe aber dann momentan immerhin noch ca. 45 sek. weiter unten zu bleiben.

      Das Pranayama hilft übrigens auch beim Powerlifting, bei Maximallifts, wenn man einige Atemtechniken beherrscht und auch vor dem Versuch durchführt.

      So zu meiner Ernährung kann ich nur sagen, ich achte nicht darauf wie meine "Macros" verteilt sind, ich esse viel Gemüse und wenig Fleisch, trinke einen Proteinshake nach dem Training, je nachdem ob ich zunehmen will, auch mit Kohlenhydraten. Achte darauf immer Protein in meinen Mahlzeiten zu haben, esse aber auch Chips, Eis, Schokolade usw. werde ja nicht fett, jedenfalls nicht so richtig. Wenn ich Fleisch esse dann meist nur Wild, da ich gegen Massentierhaltung bin.
      Honey Badger doesn't care.... Honey Badger doesn't give a shit....
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    • AUK schrieb:

      Viel Erfolg! :!:
      Bleistift statt Kugelschreiber würde sich besser radieren lassen . ;)
      Biathleten beim Schießen oder Letztere allgemein versuchen auch einen kleinen Puls zu bekommen. :)
      Stimmt, beim schießen ja, auch Bogenschießen, aber es ist kein, naja, "Leistungssport" bei dem körperliche Höchstleistung erzielt wird. Schach ist ja auch ein "Sport". Biathlon natürlich schon, wobei der körperlich anstrengende Part ja hier nicht das schießen ist. Aber stimmt schon.

      Comerford schrieb:

      Ich wünsche Dir auch viel Erfolg und vor allem gute Gefühle und Freude auf dem Weg dorthin.
      Danke!


      23.03 einfaches Training (noch ohne festen Vorbereitungsplan)

      Kreuzheben:

      warm up
      Stange (20 kg) 2 x 12 Wdh.
      50 kg x 5
      80 x 3
      110 x 1
      130 x 1
      140 x 1 (etwas Luft nach oben)

      130 kg 3 x 3 Wdh.

      Klimmzüge im Untergriff:

      3 x 5 Wdh.

      Latziehen:

      40 kg 3 x 16 Wdh.

      Horizontales Rudern am Kabelzug:

      40 kg 3 x 16 Wdh.

      Crunchmaschine, plate loaded:

      5 x 20 Wdh. ohne Gewicht
      (hat so schon ne schwere Umsetzung, wenn man weiß wie, dann geht es auch in den Bauch)

      Danach 30 min. zügig mit dem Hund durchs Feld marschiert (er hatte vorher im Auto gewartet)
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