Andriol

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    • Andriol ist eines der wenigen Steroide, die erst kürzlich in letzter Zeit entwickelt wurden. Im Gegensatz zu den meisten anabolen Steroiden, die bereits in den 1950ger und 1960ger Jahren auf dem Markt waren (und die teilweise wieder verschwanden), gibt es Andriol erst seit Anfang der 1980ger Jahre. Dies ist wahrscheinlich auch die Erklärung dafür, warum Andriol eine Sonderstellung unter den Steroiden einnimmt. Andriol ist ein revolutionäres Steroid, weil es, neben Methyltestosteron, das einzige wirkungsvolle orale Testosteron ist. Testosteron an sich ist unwirksam bei oraler Einnahme, denn es wird von der Pfortader aufgenommen und augenblicklich in der Leber deaktiviert. Die Substanz Testosteron Undecanoate in Andriol gelangt durch die Eingeweide an der Leber vorbei ins Blutsystem und wird dort wirksam. Die Funktion der Leber wird dadurch nicht beeinträchtigt. Testosteron Undecanoate ist ein fetthaltiges Säureester des natürlichen Androgens Testosteron, und wird im Körper zum grössten Teil in Dihydrotestosteron, ein Stoffwechselprodukt von Testosteron, umgewandelt. Aus diesem Grund aromatisiert Andriol auch nur minimal, was bedeuted, dass nur ein kleiner Teil der Substanz in Östrogen umgewandelt wird, da Dihydrotestosteron nicht aromatisiert. Beim Gebrauch von Andriol treten Verweiblichungssymtome wie Brustbildung oder Zunahme an Körperfett nicht auf.

      Dadurch wird Andriol zu einer willkommenen Alternative für Athleten, die mit den herkömmlichen injizierbaren Testosteronen Probleme haben. Aus diesem Grund eignet sich Andriol auch zur Wettkampfvorbereitung. Ein weiterer Vorteil aus der nicht aromatisierenden Eigenschaft Andriols besteht darin, dass die körpereigene Hormonproduktion erst nach längerer Zeit bei sehr hoher Dosierung beeinträchtigt wird. Andriol hat nur einen wenig hemmenden Effekt auf den Hypothalamus, so dass die Ausschüttung von LHRH (Luteinizing Hormone Releasing Hormone) nur selten in Mitleidenschaft gezogen wird. Dieses ist besonders wichtig, da, wie wir wissen, LHRH die Hypophyse anregt, Gonadotropin auszuschütten, das wiederum die Ledigzellen in den Hoden zur Testosteronproduktion anregt. Konsequenterweise sollte Andriol das ultimative Steroid sein. Dies ist aber nicht der Fall.

      Der Nachteil von Andriol besteht darin, dass es erst bei hoher Dosierung wirksam wird. Selbst bei einer täglichen Einnahme von 200 mg Andriol ist der Testosteronwert im Blut für einen Bodybuilder zu niedrig, um Kraft und Muskelwachstum zu erlangen. Die Notwendigkeit einer derart hohen Tagesdosis ist erklärbar durch die extrem kurze Halbwertzeit, denn Testosteron Undecanoate wird sehr schnell durch den Urin wieder ausgeschieden. Die Kapseln sind deshalb nur ein paar Stunden wirksam und es werden 6-7 Kapseln, das sind 240-280 mg (Minimum), täglich benötigt, um ähnlich gute Resultate wie bei injizierbaren Steroiden zu erreichen. Dieses wiederum führt in einen Dosierungsbereich, der die körpereigene Hormonproduktion beeinflusst, sowie zu einer Umwandlung in Östrogen neigt. Weiterhin kann sich auch Wasser- und Natriumbildung bemerkbar machen bei einer derartigen Dosierung. All dies muss von Wettkampfathleten berücksichtigt werden. Diejenigen Athleten, die Andriol einmal ausprobieren möchten, sollten 8 Kapseln täglich (320 mg) nehmen. Die Kapseln werden drei mal täglich, ungefähr alle 8 Stunden nach den Mahlzeiten eingenommen, so dass die Substanz wirkungsvoll absorbiert werden kann. Jedoch kann selbst eine derart hohe Dosierung keine befriedigenden Resultate garantieren. Diejenigen, die dann immer noch meinen, höhere Dosierungen zu benötigen, sollten injizierbare Steroide in Betracht ziehen. Andriol wird häufig zusammen mit Anavar eingenommen, da auch Anavar die körpereigene Hormonproduktion nicht unterdrückt und zusätzlich nicht aromatisiert.

      Die Andriol/Anavar Mischung gibt dem steroidunerfahrenen Athleten einen angemessen hohen Kraftzuwachs, sowie ebenfalls substantiellen Muskelwachstum. Für Athleten über 40 ist diese Kombination ebenfalls von Interesse. Diejenigen, die sich in der Wettkampfvorbereitung befinden und Injektionen auf regulärer Basis vermeiden wollen, können Testosteron Propionate durch Andriol ersetzen. Denn Andriol wird schnell vom Körper wieder ausgeschieden und sollte deshalb vor Wettkämpfen mit Dopingtest in Betracht gezogen werden. Frauen sollten Andriol wegen seiner androgenen Eigenschaft vermeiden. Bei der Einnahme von Andriol können gelegentlich Bluthochdruck, Flüssigkeitsansammlungen, Akne, sexuelle Übererregbarkeit und bei Frauen die bekannten Vermännlichungssymptome beobachtet werden.

      Der grösste Vorteil Andriols ist seine hohe Kompatibilität. So kann es zum Beispiel mit Deca Durabolin in Langzeittherapie angewendet werden und ist in dieser Kombination für gesundheitsbewusste Athleten eine echte Alternative zur bekannten Dianabol (D-bol)/Deca Durabolin Mischung. In Theorie sollte Andriol auf ähnlich schnelle und zuverlässige Weise zum Muskel- und Masseaufbau führen, einhergehend mit spürbarer Wasseransammlung wie die bewährten injizierbaren Substanzen Testosteron Sustanon und Testosteron Depot. Unglücklicherweise ist dies nicht der Fall. Einige Athleten behalten dann in der Wettkampfvorbereitung zuviel Wasser aufgrund ihrer Gewöhnung an injizierbare Steroide, was dann weichere Muskeln nach sich zieht. Wer dann immer noch nicht ganz auf Testosteron verzichten will, sollte wenigstens die östrogenbedingten Komplikationen vermeiden und bei einer Dosierung von weniger als 240 mg/Tag die Wasseransammlungen reduzieren. In dieser Phase müssen die Östrogenwerte so niedrig wie möglich gehalten werden, da ansonsten die beste Diät wirkungslos wird. In so einem Fall macht die Einnahme von Andriol Sinn und bringt auch akzeptable Resultate. Hiervon abgesehen ist Andriol bestenfalls eine Droge für Hobby-Bodybuilder.