Empfohlen Bodybuilding und Doping – 7 aktuelle Forschungsergebnisse

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  • Nandrolone auch nach neun Monaten noch nachweisbar

    Das anabole Steroid Nandrolone Decanoate (Deca-Durabolin) kann in manchen Menschen noch bis zu neun Monate nach Einnahme nachgewiesen werden – sagt eine Studie des Karolinska Institute in Stockholm, Schweden. Teilnehmer erhielten eine Dosis von 150 Milligram Nandrolone Decanoate und erfuhren danach eine Überwachung ihres Urins auf der Suche nach Nandrolone und zwei dazugehörigen Stoffwechselprodukte (19-norandrosterone und 19-noretiocholanolone). Nandrolone ist eine unter Sportlern berüchtigtes Steroid, welches in Verbindung gebracht wird mit der Sperrung der Olympiamedalliengewinner Linford Christie, Merlene Ottey, Marion Jones und Dieter Baumann. Die Dauer des Abbaus des Mittels variiert stark, so war es bei einigen Sportlern bereits nach 30 Tagen nicht mehr nachweisbar, bei anderen jedoch weiterhin nach neun Monaten. Faktoren wie Dosierung, Dauer der Einnahme, Körperfettanteil und genetisch bedingte Abbaugeschwindigkeit sind für diese starken Variationen verantwortlich. Es ist ratsam, sich nicht auf Tabellen mit angeblichen Abbaugeschwindigkeiten im Internet zu verlassen, da diese sehr wahrscheinlich nicht auf aktuellen Erkenntnissen aufbauen. (Studie, veröffentlicht am 4. Februar 2016)




    Aromatasehemmer erhöhen die Insulinresistenz

    Viele Bodybuilder nehmen Aromatasehemmer, wie zum Beispiel Arimidex, gegen die Umwandlung von Testosteron zu Östrogen. Zu viel Östrogen ruft Gynäkomastie hervor, die Bildung von Brustgewebe. Allerdings haben Forscher nun herausgefunden, dass die Unterdrückung von Östrogen zu einem erhöhten Körperfettanteil führen kann. Frasier Gibb von der British Heart Foundation für Cardiovascular Science an der University of Edinburgh in Schottland fand heraus, dass die Verwendung von Aromatasehemmern mit der Aufnahmeresistenz gegen Insulin zusammenhängt. Die Forscher maßen Blutzuckerablagerungen und Fettbildung nach der Einnahme von Aromatasehemmern. Die Studie zeigt, dass für Männer Östrogen ein wichtiger Regulator für Blutzucker ist – genau wie vorherige Studien zeigten, dass Östrogen dabei hilft, den Körperfettanteil zu kontrollieren. (Journal Clinical Endrocrinology Metabolism, veröffentlich am 11. März 2016)





    Hobby-Sportler größte Gruppe von Anwendern leistungssteigernder Substanzen

    Dank des Internets sind anabolische Steroide, Wachstumshormone, Melanotan, Präparate für Gewichtsverlust, Botox und Hautauffüller für jeden zugänglich, mit minimalen Risiko durch die Strafverfolgung. Eine Durchsicht verschiedenster Literatur durch Rebekah Brennen und ihrer Kollegen vom Waterform Institute of Technolody in Irlannd untersuchte verschiedenste Studien nach den Steroidgebrauchtsmustern von Menschen, die diese Substanzen im Internet bestellten. Die Steroiddosen lagen bei zwischen 250 und 3.200 Milligramm in der Woche, während die Anwendung zwischen 4 und 12 Wochen dauerte. 95% gaben an, mehr als 1.000 Milligramm Testosteron in der Woche zu nehmen. Die meisten Nebenwirkungen waren mittelschwer und umfassten Akne, Gynäkomastie (Bildung von Brustgewebe) und Dehnungsstreifen. Die untersuchte Gruppe nahm oftmals drei oder mehr Präparate gleichzeitig. Die Einnahme konnte in Verbindung gebracht werden mit dem Gebrauch von Kokain, Trainingserfahrung in Jahren und Trainingsintensität. Probanden mit einer besonders hohen Einnahmedosis waren weniger gebildet und tranken durchschnittlich weniger Alkohol. Die meisten Probanden begannen nach ihrem 21 Lebensjahr mit der Einnahme und waren nicht Teil einer organisierten Sportmannschaft oder –organisation. Langzeit-Kraftsportler, die Steroide zu sich nahmen, hatten oftmals weniger hohen Blutdruck. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Muster der Verwendung von Steroiden viel facettenreicher sind, als oftmals in den Medien dargestellt. (Health and Social Care in the Community, veröffentlicht am 26. Januar 2016)



    Männer locken Frauen in den Steroidgebrauch

    Der durchschnittliche männliche Steroidnutzer ist 30 Jahre alt, sportlich aktiv, fest angestellt und nimmt an keinerlei organisiertem Sport teil. Ein neues Phänomen sind Frauen in ihren späten Zwanzigern, die anabole Steroide verwenden, um ihren Körper und ihr sexuelles Verlangen zu verbessern. Eine Studie, geleitet von Annica Borjesson am Karolinska Institute in Schweden, befragte acht sportlich aktive Frauen, die Steroide zu sich nahmen. Die meisten Frauen nahmen zwei oder mehr Steroide für durchschnittlich 58 Wochen. Fünf Frauen gaben an unter Nebenwirkungen wie Veränderungen der Stimmlage, Vergrößerung der Klitoris oder der Zunahme von Körperbehaarung zu leiden. Sieben der acht Frauen waren in einer Beziehung, in der der Partner die Einnahme der Substanzen eingeleitet hatte. (Substance Abuse Treatment, Prevention and Policy 11: 11, 2016)



    Können Wachstumshormone bei der Heilung von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes helfen?

    Das vordere Kreuzband hält die Tibia (das Schienbein) davon ab, sich auf dem Femur (Oberschenkel) zu weit nach vorne zu bewegen. Schwere Verletzungen des vorderen Kreuzbandes führen normalerweise zu einer Operation und bedeuten oftmals eine Ruhe- und Rehazeit von bis zu einem Jahr. Viele Menschen mit dieser Art Verletzungen erfahren arthritische Veränderungen in ihrem Knie. Mehr als 200.000 Menschen erfahren eine solche Verletzung jedes Jahr, wodurch es als bedeutendes Volksgesundheitsproblem einzustufen ist. Mark Cuban, Besitzer der NBA Dallas Mavericks, finanziert derzeit Forschungen, die dem Einfluss des menschlichen Wachstumshormons auf die Erholung von Operationen am vorderen Kreuzbandes nachgehen. Zurzeit befindet sich das menschliche Wachstumshormon auf der Liste verbotener Substanzen, doch das könnte sich ändern, sollte sich herausstellen, dass es bei der Heilung solcher Verletzungen helfen kann. Sollte es helfen, wird das Wachstumshormon den langen Rehaprozess für viele einfacher und angenehmer machen. (IBTimes.com, 6. Januar 2016)



    Wachstumshormone verbessern Rehabilitation von Verbrennungsopfern

    Nach schweren Verbrennungen verlieren Patienten oftmals an Gewicht und Muskelmasse. Nach besonders schweren Verbrennungen fühlen sich Patienten schwach und fragil, was zu einer Verlängerung ihres Rehabilitationsprozesses führen kann. Wachstumshormone könnten diese Rehazeit verkürzen und die Lebensqualität von Verbrennungsopfern verbessern – so eine Studie von June-Bum Kim vom Hallym University College of Medicine in Seaoul, Südkorea. Die Forscher untersuchten 33 Patienten mit Verbrennungen dritten Grades auf mindestens 20% ihrer Körperoberfläche. Diese Patienten erhielten wöchentliche Injektionen von zwei Milligramm eines menschlichen Wachstumshormones für drei Monate ihrer Rehazeit. Eine Placebogruppe erhielt hingegen ein unechtes Wachstumshormon. Die Patienten, die das echte Hormon bekamen, zeigten Verbesserungen in der maximalen Sauerstoffaufnahme, in der Bildung von Muskelmasse, Muskelstärke und insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF-1). Das Wachstumshormon verbesserte die physische Fitness und die Lebensqualität. (Groth Hormone IGF Research, 27: 1-6, 2016).



    Testosteron verändert Leistung im „ultimativen Spiel“

    Testosteron ist ein hormonelles Produkt der männlichen Hoden, und im geringeren Maße der weiblichen Eierstöcke. Es ist wichtig für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, Prostata und sekundären Geschlechtsmerkmale (Gesichtsbehaarung, Behaarung der Achseln und des Intimbereichs, Stimmbruch), Libido, kognitiver und physischer Entwicklung und Sexuelle Orientierung. Es spielt auch eine Rolle in komplexen menschlichen Verhaltensmustern wie zum Beispiel Verhandeln und Motivation. Deutsche Wissenschaftler fanden nun heraus, dass Testosteron auch die Leistung in einem „Verhaltensspiel“ mit dem Namen „das ultimative Spiel“ beeinflusst. In diesem Spiel reagieren die Probanden auf vernünftige, unvernünftige und neutrale Vorschläge, bei denen auch Geld ins Spiel kommt. Rationale, vernünftige Spieler werden von rationalen Angeboten angesprochen, die ihnen Geld einbringen. Männliche und weibliche Spieler akzeptieren unvernünftige Angebote öfter, nachdem ein Gel mit Testosteron auf ihrer Haut aufgetragen wurde. MRT-Scans zeigten, dass das Testosteron die Amygdala im Gehirn, die für emotionale Reaktionen verantwortlich ist, aktiviert. Diese Resultate suggerieren, dass Testosteron bei emotionalen Reaktionen im menschlichen Verhalten involviert ist. (Frontiers in Neuroscience, online veröffentlicht am 1. März 2016)



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    why so serious? - Heath Ledger alias Joker in Batman the dark Knight... :evil:

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